Chia Coin: Wird SSD-Speicher künftig unbezahlbar?


Eine neuartige Kryptowährung namens Chia lässt sich mit Storage anstatt Rechenleistung minen. Dies könnte zu einer enormen Knappheit und Preisexplosionen im SSD- und HDD-Markt führen. Interessenten sind daher gut beraten, Investitionen im Serverbereich nicht auf die lange Bank zu schieben.

 

Kryptowährungen sind zurzeit der Renner unter Investoren und Minern. Letztere nutzen möglichst viel Rechenleistung, um begehrte Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum zu „farmen“. Das wirkt sich aus Hardwaresicht vor allem auf den GPU-Markt aus: Grafikkarten – egal, ob für private oder professionelle Anwender – sind so gut wie nicht verfügbar und wenn, dann nur zu horrenden Preisen, die weit über der UVP liegen. NVIDIA und AMD äußerten sich erst kürzlich, dass sich an der Chip-Knappheit so bald nichts ändern werde.


Das Chia Mainnet ist live

Ein ganz ähnliches Schicksal könnte jetzt der Markt für HDD- und vor allem auch SSD-Speicher ereilen. Mit dem sogenannten Chia Coin (XCH) betritt jetzt eine neue Kryptowährung den Ring, die einen komplett anderen Weg geht. Statt eines „Proof of Work“, bei dem die pure Rechenleistung bestimmt, wer einen Block abbaut (sogenanntes Mining), setzt Chia auf einen „Proof of Space and Time“. Im Klartext heißt das: Je mehr freien Storage ein User dem Kryptonetzwerk zur Verfügung stellt, desto höher ist seine Chance auf eine Belohnung in Form der begehrten Chia-Coins.


Folgen für den Storage-Markt

Dieses neue Prinzip von Chia hat den entscheidenden Vorteil gegenüber herkömmlichen Mining-Methoden, dass das Netzwerk deutlich weniger Energie benötigt. Auf der anderen Seite steigt gleichzeitig der Bedarf an SSD- und HDD-Festplatten. Im Web lassen sich bereits die ersten Meldungen aus China finden, dass die Preise dort bereits rasant ansteigen. Auch unsere Lieferanten verzeichnen bereits eine merklich gestiegene Nachfrage an Storage. Während letzten Montag noch über 900 Stück der Enterprise-SSDs lagernd waren, die wir hauptsächlich in unserem centron Datacenter einsetzen, waren sie am Mittwoch bereits restlos ausverkauft.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte dies zu einem echten Problem für den Servermarkt werden. Wie alle Managed Service Provider und Rechenzentrumsbetreiber kalkulieren wir unsere Endkundenpreise mitunter auf Basis der Einkaufspreise. Steigen diese aufgrund rasant steigender Nachfrage, werden auch wir früher oder später dazu gezwungen sein, unsere Preise anzupassen.


Investitionen jetzt in Angriff nehmen

Unser Tipp: Wenn Sie Investitionen im (Managed) Server-Bereich planen, sollten Sie sich ernsthaft überlegen, diese sofort anzugehen. Entwickelt sich der Preis des Storage-Marktes weiter wie bisher, steuern wir voll auf einen Engpass zu – und Sie werden in einem viertel Jahr vielleicht bereits das doppelte für hochperformanten Enterprise-SSD-Speicher ausgeben müssen. Unsere IT-Consultants beraten Sie gerne zu unseren Produkten und Services.



Warum ist Chia so beliebt?

Der Chia-Coin wird derzeit weltweit auf noch keiner Krypto-Börse gelistet – der Preis pro Einheit ist also noch unbekannt. Doch warum dann der Hype um die neue Kryptowährung? Zum einen liegt dies an dem neuartigen Modell, mit Storage Coins abbauen zu können. Denn für viele lohnt sich der Einstieg in das klassische Coin-Mining aufgrund der hohen GPU-Preise schlichtweg nicht mehr. Zum anderen steht mit Bram Cohen, der unter anderem die Filesharing-Plattform BitTorrent gegründet hat, ein echtes Internet-Schwergewicht hinter dem Projekt. Bis 2020 konnte er mit seinem Startup bereits Investitionen in Höhe von 16 Millionen US-Dollar sammeln. All diese Faktoren sprechen für den Erfolg von Chia – und könnten uns geradewegs in einen Storage-Engpass führen.