C3A – leicht verständlich erklärt

Was ist C3A?

C3A steht für „Criteria enabling Cloud Computing Autonomy“ und bezeichnet einen Kriterienrahmen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Ziel von C3A ist es, die Souveränitätseigenschaften von Cloud-Diensten transparenter und besser bewertbar zu machen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie selbstbestimmt Unternehmen, Behörden und andere Organisationen Cloud-Services nutzen können. Dabei geht es unter anderem darum, Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu erkennen, Entscheidungsfreiheit zu bewahren, Wechselmöglichkeiten zu verbessern und Risiken im jeweiligen Nutzungskontext strukturiert zu bewerten.

C3A ist damit kein klassischer Sicherheitsstandard wie ISO 27001 und auch kein direkter Ersatz für das C5-Testat. Vielmehr ergänzt C3A bestehende Sicherheits- und Compliance-Betrachtungen um den Aspekt der digitalen Souveränität. Für Cloud-Kunden kann der Kriterienrahmen eine wichtige Orientierung bieten, wenn sie Cloud-Dienste nicht nur sicher, sondern auch kontrollierbar, nachvollziehbar und langfristig flexibel einsetzen möchten.

Welche Merkmale hat C3A?

C3A zeichnet sich durch mehrere zentrale Merkmale aus:

Fokus auf Cloud-Autonomie: C3A betrachtet, in welchem Umfang Cloud-Kunden einen Dienst selbstbestimmt nutzen können. Dazu gehören Aspekte wie Transparenz, Steuerbarkeit, Kontrollmöglichkeiten und die Fähigkeit, Abhängigkeiten bewusst zu bewerten.

Kriterienrahmen des BSI: Der Rahmen wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelt und dient dazu, Souveränitätseigenschaften von Cloud-Diensten nachvollziehbarer zu machen. Dadurch entsteht eine strukturierte Grundlage für Bewertungen und Beschaffungsentscheidungen.

Ergänzung zu bestehenden Standards: C3A ersetzt keine etablierten Sicherheitsstandards oder Testate. Stattdessen ergänzt der Kriterienrahmen bestehende Anforderungen an Informationssicherheit, Datenschutz und Compliance um Fragen der digitalen Souveränität.

Risikobasierte Bewertung: C3A berücksichtigt, dass Anforderungen an Autonomie je nach Organisation, Schutzbedarf und Nutzungsszenario unterschiedlich sein können. Unternehmen können Cloud-Dienste daher im jeweiligen Risikokontext bewerten.

Transparenz über Abhängigkeiten: Ein wichtiger Bestandteil von C3A ist die Sichtbarkeit möglicher technischer, organisatorischer oder vertraglicher Abhängigkeiten. Dazu zählen beispielsweise Plattformbindungen, Datenportabilität, Schnittstellen, Betriebsmodelle oder rechtliche Rahmenbedingungen.

Orientierung für Cloud-Beschaffung: C3A kann Unternehmen und öffentlichen Stellen helfen, Cloud-Angebote strukturierter zu vergleichen. Besonders bei sensiblen Daten, kritischen Geschäftsprozessen oder langfristigen Cloud-Strategien unterstützt der Kriterienrahmen fundierte Entscheidungen.

Stärkung digitaler Souveränität: C3A zahlt auf das Ziel ein, Cloud-Services so zu nutzen, dass Organisationen ihre Handlungsfähigkeit, Kontrolle und Entscheidungsfreiheit langfristig bewahren.

Welchen Nutzen bietet C3A?

C3A unterstützt Unternehmen dabei, Cloud-Dienste nicht nur nach Preis, Leistung oder technischer Funktionalität zu bewerten, sondern auch nach ihrer Bedeutung für digitale Souveränität. Dadurch wird sichtbarer, wie stark ein Unternehmen von bestimmten Plattformen, Vertragsmodellen, Technologien oder Betriebsstrukturen abhängig ist.

Für Cloud-Kunden schafft C3A mehr Transparenz bei der Auswahl und Bewertung von Cloud-Services. Der Kriterienrahmen hilft dabei, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und besser einzuordnen. Das ist besonders wichtig, wenn Cloud-Dienste für sensible Daten, geschäftskritische Anwendungen oder regulierte Branchen genutzt werden.

Auch strategisch bietet C3A einen klaren Mehrwert. Unternehmen können ihre Cloud-Architektur bewusster planen, Wechseloptionen berücksichtigen und Anforderungen an Datenportabilität, Schnittstellen, Kontrolle und Nachvollziehbarkeit stärker in Entscheidungen einbeziehen.

Im Bereich Compliance und Risikomanagement kann C3A bestehende Prüfungen sinnvoll ergänzen. Während Standards wie ISO 27001 vor allem Informationssicherheit adressieren und C5 konkrete Sicherheitsanforderungen für Cloud-Dienste betrachtet, richtet C3A den Blick stärker auf Selbstbestimmung und Abhängigkeitsvermeidung in der Cloud-Nutzung.

Für IT-, Cloud- und Hosting-Anbieter ist C3A ebenfalls relevant, weil Kunden zunehmend nachvollziehen möchten, wie souverän ein Cloud-Dienst betrieben und genutzt werden kann. Anbieter, die transparente Betriebsmodelle, klare Datenstandorte, offene Schnittstellen und kontrollierbare Prozesse bieten, können dadurch Vertrauen schaffen.

Insgesamt bietet C3A eine wichtige Grundlage, um Cloud-Dienste ganzheitlicher zu bewerten, digitale Souveränität messbarer zu machen und langfristige Abhängigkeiten in der Cloud-Strategie bewusster zu steuern.

C3A & digitale Souveränität im Überblick

Erfahren Sie im centron Trust Center, welche Nachweise, Zertifikate und Sicherheitsmaßnahmen unsere Cloud-Services transparent, nachvollziehbar und souverän nutzbar machen.