Glossar  /  Netzwerk & Protokolle

Das Internet Protocol (IP): Was ist es und wozu dient es?

Das Internet Protocol (IP) ist das Netzwerkprotokoll, über das Rechner in einem Netzwerk eindeutig adressiert werden. Jedes Gerät und jeder Server erhält eine IP-Adresse; anhand dieser Adressen findet ein Datenpaket seinen Weg vom Absender zum Empfänger – die Grundlage jeder Kommunikation im Internet.

Netzwerk & Protokolle ·4 Min. Lesezeit ·Glossar

Was bei einem Seitenaufruf passiert

Jeder Computer und jeder Server im Internet trägt eine eigene IP-Adresse. Rufen Sie eine Website auf, sendet Ihr Browser eine Anfrage an den Webserver und übermittelt dabei die Adresse Ihres Rechners. Der Server – selbst über eine IP-Adresse erreichbar – schickt das angeforderte Datenpaket zurück, wo es der Browser interpretiert und anzeigt.

Domains und das Domain-Name-System (DNS)

Um den Internetnutzern das Leben zu erleichtern, werden den oft komplexen IP-Adressen Domains zugeordnet. Dies geschieht über das DNS. Statt sich die IP-Adresse zu merken, tippen Nutzer einfach den Domainnamen in ihren Browser. Dieser holt dann über einen Nameserver die zugehörige IP-Adresse ab und leitet den Nutzer zum gewünschten Server weiter.

IPv4 vs. IPv6

Während IPv4 aus 32 Bits besteht und damit rund 4,3 Milliarden Adressen dient, war es nicht ausreichend für das stetig wachsende Internet. Hier kommt IPv6 ins Spiel: Mit 128 Bits bietet es deutlich mehr Adressmöglichkeiten. Die IANA vergibt diese Adressen in Blöcken an regionale Organisationen, welche sie an Internetprovider weitergeben.

Vom Internetdienstleister zum Kunden

Anbieter wie centron stellen ihren Kunden Domains und Server zur Verfügung. Hier können Nutzer Domains mieten und registrieren, die dann einer eindeutigen IP-Adresse zugewiesen werden.

Aufbau einer IP-Adresse

Eine IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlen zwischen 0 und 255, getrennt durch Punkte – etwa 192.0.2.10. Sie zerfällt in einen Netzanteil und einen Hostanteil. Wo die Grenze liegt, bestimmt die Subnetzmaske, heute meist in CIDR-Schreibweise notiert: 192.0.2.0/24 bedeutet, dass die ersten 24 Bit das Netz bezeichnen und 254 nutzbare Adressen für Geräte bleiben.

IPv6-Adressen bestehen aus acht Gruppen zu je vier Hexadezimalziffern, etwa 2001:db8::1. Aufeinanderfolgende Nullgruppen dürfen einmal pro Adresse durch :: abgekürzt werden. Üblich ist die Zuteilung eines /64-Netzes pro Segment – dort ist Adressknappheit kein Thema mehr.

Öffentliche und private Adressen

Nicht jede IP-Adresse ist im Internet erreichbar. Bestimmte Bereiche sind für private Netze reserviert und werden von Providern nicht weitergeleitet:

  • 10.0.0.0/8
  • 172.16.0.0/12
  • 192.168.0.0/16

Geräte in solchen Netzen greifen über NAT auf das Internet zu: Der Router ersetzt die private Absenderadresse durch seine eigene öffentliche und merkt sich die Zuordnung. Das spart Adressen, erschwert aber eingehende Verbindungen – ein Grund, warum Dienste, die von außen erreichbar sein sollen, eine öffentliche Adresse oder eine Portweiterleitung brauchen.

Statisch oder dynamisch

Server erhalten in der Regel eine statische Adresse, damit DNS-Einträge und Firewallregeln stabil bleiben. Endgeräte bekommen ihre Adresse meist dynamisch über DHCP zugewiesen – das reduziert den Verwaltungsaufwand, macht die Adresse aber als Kennzeichen unbrauchbar.

Bei IPv6 kommt zusätzlich die zustandslose Autokonfiguration hinzu: Das Gerät bildet seine Adresse selbst aus dem vom Router angekündigten Präfix.

IPv4 und IPv6 im Parallelbetrieb

Ein harter Umstieg ist nicht vorgesehen. Verbreitet ist der Dual-Stack-Betrieb: Systeme erhalten gleichzeitig eine IPv4- und eine IPv6-Adresse und nutzen, was am Ziel verfügbar ist. Für Übergangsphasen existieren zusätzlich Tunnel- und Übersetzungsverfahren.

Praktisch heißt das für den Betrieb: Firewallregeln, Monitoring und Zugriffslisten müssen für beide Protokolle gepflegt werden. Eine Regel, die nur IPv4 abdeckt, lässt IPv6-Verkehr unbemerkt passieren – ein häufiger Fehler.

IP-Adressen und Datenschutz

IP-Adressen gelten nach der DSGVO in der Regel als personenbezogene Daten, weil sich über den Provider ein Bezug zu einer Person herstellen lässt. Für Server-Protokolle bedeutet das: Zweck und Aufbewahrungsdauer festlegen, Zugriff begrenzen und Adressen kürzen oder anonymisieren, wo der volle Wert nicht gebraucht wird.

FAQ zum Internet Protocol

Wie viele IP-Adressen gibt es?

IPv4 umfasst rund 4,3 Milliarden Adressen, von denen ein Teil für Sonderzwecke reserviert ist. IPv6 stellt mit 128 Bit einen Adressraum bereit, der praktisch nicht ausgeschöpft werden kann.

Kann man aus einer IP-Adresse den Standort ablesen?

Nur grob. Geolokalisierungsdatenbanken ordnen Adressbereiche Regionen zu, die Genauigkeit reicht meist für Land oder Stadt. Bei Mobilfunk und VPN kann die Angabe deutlich danebenliegen.

Was ist der Unterschied zwischen IP und TCP?

IP kümmert sich um Adressierung und Weiterleitung einzelner Pakete. TCP setzt darauf auf und sorgt dafür, dass die Pakete vollständig und in der richtigen Reihenfolge ankommen.

Warum ändert sich meine IP-Adresse?

Viele Provider vergeben Adressen dynamisch und weisen bei jedem Verbindungsaufbau eine neue zu. Wer eine feste Adresse braucht, bucht sie gesondert.

Mehr zum Thema

Sichere IP-Verwaltung und Firewall-Lösungen

Optimieren Sie Ihre IT-Sicherheit mit professioneller IP-Verwaltung und unseren Managed Firewall-Services. Perfekt für Unternehmen, die Wert auf Datenschutz und Sicherheit legen.

Managed Firewall Services Enterprise-Lösungen für IT-Sicherheit

Jetzt kostenlos anfangen

Melden Sie sich an und erhalten Sie in den ersten 60 Tagen ein Guthaben von 200 € bei centron.

Dieses Werbeangebot gilt nur für neue Konten. Angebot ausschließlich für Gewerbetreibende.