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Vorteile und Anwendungsbereiche der Virtualisierung

Virtualisierung beschreibt das Erschaffen virtueller Ressourcen auf einem Computersystem. Durch die Emulation von Hardware oder Betriebssystemen wird eine Abstraktionsschicht zwischen Applikationen und physischen Ressourcen generiert. Dies ermöglicht, dass Anwendungen von unterschiedlichen Hardware-Gegebenheiten profitieren, als sie tatsächlich vorhanden sind.rt.

Cloud & Betriebsmodelle ·4 Min. Lesezeit ·Glossar

Arten der Virtualisierung

Software Virtualisierung: Ein prägnantes Beispiel für die Anwendungsbereiche ist die Betriebssystem Virtualisierung. Hierbei entsteht eine virtuelle Laufzeitumgebung innerhalb von Containern, die einen Abschnitt des Gastbetriebssystems repräsentieren. Im Gegensatz zur System Virtualisierung durch einen Hypervisor kann jedoch nur das Wirtssystem betrieben werden.

Anwendung-Virtualisierung: Hierbei werden vielfältige Anwendungen in einer virtuellen Umgebung ausgeführt ohne lokale Installation. Sie nutzt Dateien, Registry-Einträge und andere nötige Komponenten, um mögliche Konflikte zu vermeiden.

Hardwarevirtualisierung: Ein Beispiel hierfür ist die System Virtualisierung, bei der eine große Ressource, etwa ein Festplattenspeicher, in kleinere gleiche Typen unterteilt wird. Bei Storage Networks wird dies als Zoning bezeichnet.

Weitere Virtualisierungsformen

Weitere Virtualisierungsformen beinhalten Prozessorvirtualisierung, Speichervirtualisierung und die Bildung virtueller Netze.

Die Rolle des Hypervisors

Der Hypervisor ist die Schicht, die physische Ressourcen aufteilt und den virtuellen Maschinen zuweist. Unterschieden werden zwei Bauformen:

  • Typ 1 (bare metal): läuft direkt auf der Hardware, ohne darunterliegendes Betriebssystem. Geringer Overhead, starke Isolation – der Standard im Rechenzentrum.
  • Typ 2 (hosted): läuft als Anwendung auf einem vorhandenen Betriebssystem. Bequem für Arbeitsplatz, Test und Entwicklung, aber mit zusätzlicher Zwischenschicht.

Moderne Prozessoren unterstützen die Virtualisierung direkt in der Hardware. Dadurch muss der Hypervisor privilegierte Befehle nicht mehr nachbilden, was den Leistungsverlust gegenüber einem physischen System auf wenige Prozent reduziert.

Virtualisierung und Container im Vergleich

Beide Ansätze teilen Ressourcen, setzen aber an unterschiedlichen Stellen an. Eine VM virtualisiert die Hardware und bringt ein vollständiges Gastbetriebssystem mit. Ein Container teilt sich den Kernel des Wirtssystems und isoliert lediglich Prozesse, Dateisystem und Netzwerk.

Daraus folgt: Container starten in Sekundenbruchteilen und belegen wenig Speicher, bieten aber eine schwächere Trennung und setzen denselben Kernel voraus. VMs starten langsamer und brauchen mehr Ressourcen, erlauben dafür verschiedene Betriebssysteme nebeneinander und eine belastbare Mandantentrennung. In der Praxis laufen Container meist innerhalb von VMs – die VM liefert die Sicherheitsgrenze, der Container die Paketierung.

Vorteile der Virtualisierung

  • Konsolidierung: Statt vieler schwach ausgelasteter Server tragen wenige leistungsfähige Systeme die Last.
  • Schnelle Bereitstellung: Neue Systeme entstehen aus Vorlagen in Minuten statt in Wochen.
  • Hochverfügbarkeit: Fällt ein Wirt aus, starten die VMs auf einem anderen Knoten neu.
  • Wartung ohne Ausfall: Live-Migration verschiebt laufende Systeme, bevor Hardware getauscht wird.
  • Testen ohne Risiko: Snapshots erlauben es, Änderungen zurückzunehmen.
  • Energie und Fläche: Weniger physische Geräte senken Strombedarf und Platzbedarf im Rechenzentrum.

Grenzen und Fallstricke

  • Overcommit: Werden mehr Ressourcen zugesagt als vorhanden, bremsen sich die VMs gegenseitig aus.
  • Single Point of Failure: Ein ungesicherter Wirt reißt alle darauf laufenden Systeme mit.
  • Lizenzfragen: Manche Hersteller rechnen nach physischen Kernen ab, nicht nach virtuellen.
  • Angriffsfläche: Hypervisor und Management-Oberfläche müssen besonders geschützt werden.
  • Wildwuchs: Weil neue VMs so einfach entstehen, sammeln sich ungenutzte Systeme an, die Ressourcen und Aufmerksamkeit binden.

Einsatzbereiche in Unternehmen

  • Serverkonsolidierung: mehrere Dienste auf gemeinsamer Hardware statt je einem eigenen Gerät.
  • Test- und Entwicklungsumgebungen: Produktivstände klonen, ohne die Produktion zu berühren.
  • Notfallvorsorge: Replikation kompletter VMs an einen zweiten Standort.
  • Altsysteme: Anwendungen weiterbetreiben, deren Betriebssystem auf neuer Hardware nicht mehr läuft.
  • Arbeitsplatzvirtualisierung: zentral verwaltete Desktops statt individuell gepflegter Rechner.

Praxisempfehlungen

Ressourcen an realen Lastprofilen ausrichten statt großzügig zu schätzen; Netz über VLANs oder virtuelle Switches segmentieren; den Verwaltungszugang in ein eigenes, streng beschränktes Netz legen; Snapshots nur kurzfristig halten und regelmäßig aufräumen; Sicherungen auf Ebene der VM und der Anwendung testen, nicht nur anlegen.

FAQ zur Virtualisierung

Wie viele VMs passen auf einen Server?

Das hängt von den Lastprofilen ab, nicht von einer festen Zahl. Entscheidend sind Arbeitsspeicher und Speicher-IOPS – die CPU ist selten zuerst am Limit.

Verliert man durch Virtualisierung Leistung?

Mit hardwareunterstützter Virtualisierung nur wenige Prozent. Spürbar wird es vor allem bei sehr latenzempfindlichen Anwendungen oder bei Überbuchung.

Was ist der Unterschied zwischen Virtualisierung und Cloud?

Virtualisierung ist die Technik, Cloud das Betriebsmodell. Eine Cloud setzt Virtualisierung voraus, ergänzt sie aber um Selbstbedienung, Automatisierung und nutzungsabhängige Abrechnung.

Lassen sich physische Server in VMs überführen?

Ja. Entsprechende Werkzeuge bilden ein laufendes System als VM ab. Wichtig sind vorher eine Bestandsaufnahme der Treiber und danach ein Test der Anwendung.

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